CIPRA Fachtagung - 24.10.2003
Absiedeln ist KEINE Alternative"

CIPRA / International Commission for the Protection of the Alps - Internationale Alpenschutzkommission - www.cipra.org

Alpenkonvention als Chance für Zederhaus? - SN-Artikel 30.10.2003

Die Veranstaltung der "CIPRA Österreich - Internationale Alpenschutzkommision" vom Freitag, dem 24. Oktober hat gezeigt, dass unsere Arbeit zur Entlastung von Lärm und Schadstoffen unser vorrangiges Ziel sein muss.

Auf Wunsch der Transitgruppe Zederhaus, vor allem durch den Einsatz von Robert Batlogg konnte diese hochrangig besetzte Tagung nach Zederhaus geholt werden. Für uns war es wichtig, auf internationaler Ebene (die Teilnehmer kamen aus verschiedensten Ländern Europas) die Situation in Zederhaus bzw. auf der A10 klar zu machen.

Die Problematik des steigenden Transitverkehrs betrifft mittlerweile mehr oder weniger alle Alpentäler Europas. Von Frankreich über die Schweiz bis zu uns nach Österreich ist klar, dass wir uns gemeinsam (Gemeinden, Initiativen, Anrainer etc.) für die Umsetzung des gemeinsamen Zieles aus der Alpenkonvention, "die Belastungen und Risiken im Bereich des inneralpinen und alpenquerenden Verkehrs auf ein Maß zu senken, das für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume erträglich ist" einsetzen müssen. Denn die "Strategie der Transitverursacher" ist seit Jahren klar: mit schleichendem - natürlich "umweltverträglichem" - Ausbau ein Tal nach dem anderen "durchlässiger" zu machen. Nur auf Lärmschutzmaßnahmen zu Gunsten unseres Tales zu bestehen, die noch dazu erst dann realisiert werden (falls überhaupt), wenn uns die Belastungen längst krank gemacht haben, ist zuwenig.

Fritz Gurgiser vom tfA-Transitforum Austria hat recht, wenn er von uns starkes persönliches Engagement fordert. Niemand wird uns helfen, wenn wir schweigen und niemand wird uns helfen, solange wir uns nicht einmal in der eigenen Gemeinde einig sind. Vorsorge- statt Nachsorgemaßnahmen, noch haben wir die Chance.

Bereits am Vortag hat der Vertreter des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft eindeutig festgestellt, dass laut den Durchführungsprotokollen der Alpenkonvention für Tauern- und Katschbergtunnel eine UVP notwendig ist, die bis heute nicht durchgeführt wird. Die ist nun neuerlich einzufordern und da müssen wir an einem Strang ziehen.

Auch in Kärnten zeigt sich vermehrter Widerstand. Die Verhandlungen mit der ÖSAG über Schutzmaßnahmen haben auch dort zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt - viel Gerede, keine Verträge. Das ist die Realität!

Abordnungen der Gemeinden Rennweg und Trebesing, vertreten durch deren Gemeindevertreter, waren bei dieser Veranstaltung anwesend. Laut ihren Aussagen ist es für sie wichtig, mehr Informationen zu erhalten und nicht nur auf die Aussagen der ÖSAG angewiesen zu sein. Für diese Gemeinden scheint klar, dass es mehr zum Schutz der Bevölkerung braucht als nur Lärmschutzwände. Eine Veranstaltung mit Fritz Gurgiser am 21. November in Rennweg hat auch in diesen Nachbargemeinden das Ziel, vermehrt Druck zu machen und weitere Lösungen zum Schutz unseres Lebens- und Wirtschaftsraumes zu realisieren.

Schade, dass die Zederhauser Gemeindevertretung keine Zeit hatte, an dieser und auch anderen Veranstaltungen teilzunehmen (mit wenigen Ausnahmen). Die endgültige und letzte Entscheidung über den weiteren Ausbau liegt bei der Gemeindevertretung. Diese Verantwortung zu übernehmen ist sicher kein leichtes Los, aber Voraussetzung für eine Entscheidungsfindung sind bestmögliche Information und Auseinandersetzung mit dem Thema. Und dieses Engagement wünschen wir uns auch von unseren Vertretern.

Es geht um die für Zederhaus wichtigste Zukunftsfrage; die muss umfassend und auch gegensätzlich diskutiert werden. Nur so ist es möglich, die Für und Wider gegeneinander abzuwägen und die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Widersprüchliche und zum Teil falsche Aussagen über die Medien, sowie dubiose Gerüchte bringen uns in der Meinungsbildung nicht weiter. In der Kronenzeitung vom 21. August ist zu lesen: "Vier Kilometer Einhausung der Autobahn im Bereich der Ortsmitte von Zederhaus und den Ortschaften südlich davon, Sonnberg und Gritschbühel, sind schon zugesagt worden" - Aussage von Veronika Pfeifenberger. In einem Gespräch behauptet sie, dass unser Herr Bürgermeister diesbezüglich Zusagen der ÖSAG schon "in der Schublade" hat. Der Bürgermeister kann diese Aussage jedoch nicht bestätigen. Auf unsere Anfrage, welche Lärmschutzmaßnahmen schon ausverhandelt sind, erhalten wir vom Bundesminister für Verkehr, Herrn Hubert Gorbach, folgende Antwort:

"Grundsätzlich wurden die Lärmschutzmaßnahmen von der ÖSAG mit der Gemeinde nicht ausverhandelt, sondern gemeinsam nach den Erfordernissen erarbeitet. Die Maßnahmenplanung erfolgte für den Prognosezeitraum 2020. Dies bedeutet daher auch, dass viele Maßnahmen erst mit zunehmendem Verkehr innerhalb der nächsten 15 Jahre tatsächlich erforderlich sind."

Diese Aussage des Bundesministers zeigt uns, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Bau der 2. Tunnelröhren und einem optimalen Lärmschutz für das Zederhaustal gibt. Die politische Linie ist klar und bekannt: Heute viel versprechen, morgen bauen und übermorgen ist keiner mehr da, der für die Versprechen zuständig ist. Solange nicht fixiert ist, wie es mit dem Lkw-Transit ab 1. Jänner 2004 weitergeht, müssen wir den Bau- und Planungsstopp an der gesamten A 10 einfordern und uns vehement auf die Verbesserung der IST-Situation konzentrieren.

An dieser Stelle danken wir dem Herrn Bürgermeister für die Unterstützung der von uns nach bestem Wissen und Gewissen vorbereiteten Veranstaltung sowie für die Bereitstellung des Turnsaales.

24.10.2003
  • Cipra-Fachtagung
    VS-Zederhaus
  • Einladung
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30.10.2003
  • Cipra-Fachtagung
    Zusammenfassung
    (=dieser Text)
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