Zederhaus / Transit - Allgemeine Informationen

Unsere 1260 Einwohner zählende Gemeinde Zederhaus ( www.zederhaus.at ) liegt in einem engen Tal am Fuße der Niederen Tauern im Land Salzburg (Bezirk Lungau / Bezirkshauptort Tamsweg). Vor rund 30 Jahren wurde hier die Tauernautobahn (A10) gebaut. Am 21. Juli 1975 wurde dieser Abschnitt dem Verkehr übergeben. Etwa 12 km der A10 erstrecken sich auf Zederhauser Gemeindegebiet.

Das gesamte Zederhaustal liegt über 1000m Seehöhe, das Tauerntunnel-Südportal , der höchste Punkt der Tauernautobahn, auf 1350m Seehöhe und auf 1900m Seehöhe liegt der Luftschacht des Tauerntunnels, durch welchen die Tunnelabluft in das bestehende Landschaftsschutzgebiet ausgeblasen wird. Die Trassenführung wurde damals so kostengünstig wie möglich ausgeführt; viele Wohnhäuser sind daher nur wenige Meter von der Autobahn entfernt. Extreme Lärm- und Schadstoffbelastungen für Mensch und Tier, Boden und Pflanze, Luft und Wasser sind die natürliche Folge; durch das enge Tal und die oftmalige Inversionswetterlage werden die Belastungen noch verstärkt und die Luftgüte verschlechtert.

Die Zederhauser Bevölkerung lebt vorwiegend von der kleinstrukturierten Land- und Forstwirtschaft, das 2.Standbein ist der Tourismus. Obwohl Zederhaus durch den Geburtenzuwachs an Bevölkerung gewinnt, ist seit der Eröffnung der Autobahn eine klare Tendenz der Abwanderung zu beobachten.

Der überwiegende Teil der Beschäftigten (ca.70%) ist zum Auspendeln gezwungen, da es in Zederhaus nur sehr wenige Arbeitsplätze gibt, obwohl beim Autobahnbau in den 70iger Jahren ein Aufschwung im Tourismus und im Gewerbe versprochen wurde. Tatsächlich ist aber ein Rückgang zu verzeichnen und vor allem im Tourismus geben immer mehr Privatvermieter wegen Unrentabilität auf. Urlauber kommen, um sich in gesunder Bergluft und Ruhe von ihren oft schwierigen beruflichen Belastungen zu erholen - sie kommen nicht, um Fahrzeuge zu zählen.

An Spitzentagen passieren ca. 40.000 Kraftfahrzeuge das Zederhaustal, Tendenz stark steigend. Vor allem der Schwerverkehr, der eine jährliche Steigerung von 17% verzeichnet, macht uns Zederhausern zu schaffen. Die Straßenbaugesellschaft ASFINAG prognostiziert für das Jahr 2020 bis zu 15.500 Lkw täglich. Das würde bedeuten, dass alle 6 Sekunden ein LKW durch das Zederhaustal rollen würde - undenkbar, denn "begrenzte Täler vertragen keinen unbegrenzten Verkehr"! Würde dieses Horror-Szenario eintreten, wäre an ein Überleben in diesem Tal nicht mehr zu denken - die reale Zukunft unserer Kinder würde unter dem Titel "ABSIEDELN" ablaufen.

Neben der Inntal-Brennerautobahn (weite Teile des Inntales mussten auf Grund der Schadstoff-Grenzwertüberschreitungen bereits am 1. Oktober 2002 als "Sanierungsgebiet" deklariert werden), so erkennen wir die Strategie der Verursacher, soll nun vor allem der internationale Straßengütertransitverkehr auf die Tauernautobahn umgeleitet werden. Solange, bis auch hier die Grenzwerte überschritten und "Sanierungsgebiete" verordnet werden müssen.

Unser Tal wurde von namhaften Gutachtern als sehr sensibel eingestuft. Diese Experten sagen durch den zunehmenden Verkehr und die stattfindende Klimaerwärmung eine hohe Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen für unser Tal voraus. Wir sind es aber unseren Kindern schuldig für unsere Heimat zu kämpfen und wollen Zederhaus nicht kampflos dem Transit opfern. Das Land Salzburg und die Bundesregierung haben sich vor etlichen Jahren für den Bau der 2. Tunnelröhren durch Tauern u. Katschberg ausgesprochen, ohne sich mit diesen Szenarien und den Folgewirkungen zu befassen. Auf Grund der IST-Situation aber darf es keinen weiteren Ausbau der A10 (keinen Bau der zweiten Tunnelröhren) geben. Durch einen Ausbau der Transitroute würden sich der Verkehr und die damit verbundenen Umweltbelastungen vervielfachen.

Wir vom Transitforum - Gruppe Zederhaus werden uns dagegen wehren - für uns gilt - Lebensrecht vor Transit(un)recht.